Hätte den Kohl auch nicht fett gemacht

Ich habe vor einiger Zeit eine Reportage des ZDF angeschaut, in der es um die fettmachende Wirkung von Zucker in zahlreichen Lebensmitteln (nicht nur Süßigkeiten) ging.

Die Reportage war aufwendig gedreht, unter anderem reiste die Journalistin in die USA und traf dort führende Ernährungswissenschaftler. Die entsprechenden Interviews wurden gezeigt und gleichzeitig auf Deutsch wiedergegeben.

Und da fing ich an zu leiden! Statt dass das ZDF sich eine ordentliche Übersetzung geleistet hätte, hatte wohl (so würde ich vermuten) ein Praktikant das mal schnell gemacht – im Sinne von „Englisch kann ja jeder“.

Natürlich ließ er dabei keine einzige der Fallen aus, die für einen professionellen Übersetzer täglich Brot sind: Da wurde „you“ (im Sinne von „man“) mit „du“ übersetzt, „industry“ ohne Rücksicht auf Verluste als „Industrie“ und tatsächlich „report“ als „Report“ statt einfach und deutsch als „Bericht“. Das Ergebnis erinnerte an ein grottenschlecht aus dem Amerikanischen übersetztes Self-Help-E-Book.

Es hätte diese Reportage wirklich um einiges seriöser gemacht, wenn sich die „Übersetzungen“ nicht so billig angehört hätten, und die Kosten dafür hätten den Kohl auch nicht mehr fett gemacht. Schade, dass bei dieser aufwendigen Reportage an so offensichtlicher Stelle gespart wurde.

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