Kann denn Sprache Zufall sein?

img_3532Langer Lauf durch den herbstlichen Westerwald. Nach ein paar Hügeln Runner’s High. Und in diesem Zustand schafft mein Gehirn auf einmal eine interessante Verbindung: Der Herbst als Jahreszeit (engl. season) ist für mich das Salz in der jährlichen Suppe – sozusagen das seasoning (die Würze).

Ich weiß nicht, ob sprachgeschichtlich tatsächlich eine Verbindung zwischen beiden Begriffen besteht. Aber falls nicht, dann habe ich jetzt eine schöne Volksetymologie in die Welt gesetzt.

Höflichkeit à la française

Ich erkläre es mir mit der französischen Höflichkeit: Im Französischen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die direkte Befehlsform (z. B. „Bitte stehen Sie auf“) zu vermeiden. Etwa mit dem Ausdruck „veuillez vous lever“, wörtlich „möchten Sie aufstehen“.

Im öffentlichen Leben, in Ratgebern und Ähnlichem findet sich oft eine weitere Ausdrucksweise: Die Aufforderung wird in der ich-Form beschrieben.

Im Bus liest man dann: „Ich biete älteren Personen meinen Platz an“ statt „Bitte bieten Sie älteren Personen Ihren Platz an“.

In einem Ratgeber für Diabetiker, den ich kürzlich übersetzt habe, stand: „Je porte une attention particulière à tout changement de mes pieds.“ Wörtlich übersetzt: „Ich achte besonders auf jegliche Veränderung an meinen Füßen.“ Das hört sich auf Deutsch allerdings sehr seltsam an.

Ein erfahrener Übersetzer versteht, was gemeint ist, und schreibt: „Achten Sie besonders darauf, ob Ihre Füße sich verändern.“

Das liebe ich an meinem Beruf

Mit jedem Auftrag lerne ich etwas Neues. So auch bei einer Übersetzung zum Thema Rheuma. Als ich mich in das Fachgebiet einlas, erfuhr ich auf Wikipedia:

Die traditionellen Begriffe Rheuma und Rheumatismus wurden erstmals […] von Guillaume de Baillou […] verwendet. Er glaubte nach der damaligen Lehre der Körpersäfte […], dass kalter Schleim vom Gehirn herab zu den Extremitäten fließe und die entsprechenden Beschwerden auslöse.

Diesmal verzichte ich darauf, ein passendes Foto zu veröffentlichen …

Eine Bähung für die Augen

Ungarisch uebersetzenEine Fremdsprache zu lernen bringt oft unerhoffte Einblicke in die eigene Sprache. Manchmal zum Beispiel entdecke ich dabei deutsche Wörter, die ich noch nicht kannte.

So neulich im Gespräch mit meinem ungarischen Tandempartner. Seine Augen vertragen nämlich keine Klimaanlagen, weshalb er sich ein „borogatás“ gegönnt hat. Ein kurzer Blick ins Wörterbuch ergab: Das ist eine „Bähung“. What the …???

Wikipedia war ratlos, doch der Duden ergab: Es handelt sich um eine „Heilbehandlung mit warmen Umschlägen oder Dämpfen“.

Na dann gute Besserung – jobbulást kívánok!

Da rennt der Kuchen weg

IMG_2887Milchprodukte sind schwierige Stolpersteine beim Übersetzen.

Schon zwischen den deutschsprachigen Ländern herrscht Verwirrung: Hier werden oft die gleichen Produkte unterschiedlich bezeichnet (z. B. heißt die Sahne in Österreich Schlagobers). Da rennt der Kuchen weg weiterlesen

Übersetzung Silbe für Silbe

IMG_2881Oft bin ich erstaunt, wie genau sich manche (leider bei Weitem nicht alle) ungarischen Verben ins Deutsche übersetzen lassen.

Zum Beispiel das Verb „felad“. Silbe für Silbe heißt es „auf-geben“. Und tatsächlich hat es im Ungarischen, genau wie im Deutschen, zwei ganz unterschiedliche Bedeutungen: im Sinne von „einen Brief aufgeben“ und von „das Handtuch schmeißen“.

Hin und wieder habe ich dadurch als Deutsche einen Vorteil beim Ungarischlernen, aber leider kann man sich nicht darauf verlassen, dass die Übersetzung immer so direkt ist.

Berliner Radfahrer – bitte unterschreiben Sie jetzt!

Volksentscheid Fahrrad

Berlin hat die Chance, sich ein Fahrradgesetz zu geben. Zu den wichtigsten Zielen gehören mehr, bessere und sicherere Fahrradwege.

Damit das Fahrradgesetz kommen kann, ist ein Volksentscheid geplant. Voraussetzung dafür sind erstmal 20.000 Unterschriften von Berlinern.

Machen Sie mit: Informationen und Unterschriftenlisten gibt es auf volksentscheid-fahrrad.de.