So klingt Sprachgefühl

Ich bin immer wieder begeistert von meinen Lektorinnen. Es ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, bei der Überprüfung einer vorgegebenen Übersetzung nicht wegzuschlummern, sondern ständig einen kritischen Abstand zu wahren. Außerdem müssen ja alle Aspekte des Textes überprüft werden: Sprache, Inhalt, Logik, Stil, …

Oft entwickelt sich dann anhand von Anmerkungen so etwas wie ein Dialog zwischen der Lektorin und mir. “So klingt Sprachgefühl” weiterlesen

Neue Porridge-Ideen

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Seitdem ich vor Kurzem hier schrieb, ich hätte das Wort Porridge noch nie im beruflichen Rahmen übersetzen müssen, ist es mir tatsächlich in zwei Übersetzungen über den Weg gelaufen. Ein Vorkommen möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten. Es ging um Wintergerichte, und mein Kunde schrieb:

Nothing compares to a hot bowl of porridge laced with whisky and honey.

Guten Appetit!

Kaninchenfamilie

Auf Französisch gibt es für die gesamte Kaninchenfamilie eigene Bezeichnungen: „lapin“ als Überbegriff und männliches Kaninchen, „lapine“ als weibliches Kaninchen, „laperau“ als Kaninchenjunges.

In der deutschen Übersetzung heißen die Mitglieder der Kaninchenfamilie „Rammler“, „Häsin“ und „Kaninchenjunges“ – total einfallslos, finde ich.

Kontrollsucht

Ich habe in letzter Zeit viele Jahresabschlüsse vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Was mir dabei immer wieder auffällt, ist die Vielzahl an Verben im Englischen, die als „kontrollieren“ ins Deutsche übertragen werden: „control“, „monitor“, „check“, „review“, „supervise“. Auf Deutsch kommt hin und wieder noch „prüfen“ in Frage, um etwas Abwechslung in den Text zu bringen, aber so viel Auswahl wie im Englischen hat man nicht. “Kontrollsucht” weiterlesen

Posthum-Würdigung des Lateinunterrichts

Liebe Frau Krause,

danke. Danke für Ihren furchtbaren Lateinunterricht. Das, was Sie mir damals eingebläut haben – und das ist wörtlich zu verstehen, denn Wichtiges musste in Ihrem Unterricht stets in Lilablassblau unterstrichen werden –, verschafft mir heute mein täglich’ Brot.

Ich habe Ihren Unterricht gehasst. Dennoch, das Latinum wollte ich haben, denn wenn man mal „irgendwas mit Sprachen“ anfangen will, könnte dieses Papier Gold wert sein. Das hat sich allerdings in meinem Fall nie bewahrheitet. “Posthum-Würdigung des Lateinunterrichts” weiterlesen

Warten

Ich liebe die Lieder von Franz Schubert, besonders wenn Dietrich Fischer-Dieskau (der leider inzwischen von uns gegangen ist) sie darbietet.

Vor kurzem habe ich entdeckt, dass die Liedtexte der Goethe-Lieder im CD-Heft in drei Sprachen abgedruckt sind: Deutsch, Englisch und Französisch, ordentlich nebeneinander. Das verschaffte mir eine Ausrede, um die ganze CD noch einmal zu hören und in drei Sprachen mitzulesen. “Warten” weiterlesen